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Wenn der Wunsch nach einem Kind in Erfüllung geht, ist
dies für die Eltern ein wunderbares Geschenk und einer der
schönsten Erfahrungen des Lebens.

Auf dem Weg dahin möchten wir Ihnen zur Seite stehen.

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Behandlung im Ausland

2. Blastozystentransfer

Der Blastozystentransfer war in Deutschland nie verboten, wie es oft von anderer Seite irreführenderweise behauptet wurde.

Warum gab es überhaupt diese falsche Behauptung?

Dazu einige - inzwischen fast historische - Erläuterungen:

Bei dieser Diskussion wird oft der vermeintliche Nachteil des EmbryonenSchutzGesetzes (ESchG) genannt. Dies ist aber keineswegs richtig. Durch das deutsche ESchG wird vielmehr der Missbrauch von entwicklungsfähigen Embryonen verhindert. Dadurch wird beginnendes Leben geschützt und kann nicht – wie im Ausland möglich – wahllos verworfen werden.

Eine der entscheidensten Voraussetzungen für eine Schwangerschaft ist – neben vielen anderen wichtigen Punkten – die Identifizierung und Auswahl von entwicklungsfähigen Embryonen. Diese Möglichkeiten bestehen auch in Deutschland, sie sind juristisch abgesichert und öffentlich bekannt (BRB-Presseinformation Juni 2006).

Bei der selektiven Blastozystenkultivierung im Ausland werden überschüssige Embryonen verworfen oder können nur unter den für den Embryo jetzt viel ungünstigeren Bedingungen eingefroren werden. Damit diese Embryonen in Deutschland gar nicht erst entstehen, werden sie vorab in dem für die Eizelle viel günstigeren Vorkernstadium eingefroren. Im Notfall ist auch in Deutschland das Einfrieren von Embryonen erlaubt.

Die in Deutschland vorgeschriebene Erfassung der Behandlungszyklen im Vorhinein (prospektiv) garantiert eine ehrliche und transparente Vergleichbarkeit, wie sie sonst kein ausländisches Register bietet. Wenn aber – meist allein aus Marketinggründen – von höchsten Erfolgsquoten gesprochen wird, die durch keine differenzierte Statistik belegt sind, dann ist dies als bloße Behauptung, nicht aber als ehrliche Zahlenangabe zu werten.

Aus diesem Grund hatte sich ein Mitglied des BRB 2010 entschlossen, gegen falsche Werbeaussagen von Prof. Zech, Bregenz, vorzugehen und eine Entscheidung durch das Landgericht München erwirkt. Dies bedeutet, dass die werbemäßig vorgetragene Behauptung von Prof. Zech, dass seine Schwangerschaftsraten doppelt so hoch seien wie in Deutschland, falsch ist. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass das Landgericht München in einer mündlichen Verhandlung am 21.12.2010 der werbemäßig vorgetragenen Behauptung von Prof. Zech, dass seine Schwangerschaftsraten doppelt so hoch seien wie in Deutschland, keinen Glauben geschenkt und in einem Endurteil seinen Einspruch gegen eine einstweilige Verfügung zurückgewiesen hat.

Zusammenfassung:

Die immer wieder aus dem Ausland vorgebrachte Behauptung, eine IVF-Behandlung sei im Ausland erfolgreicher als bei uns, lässt sich durch keine offizielle Statistik belegen. Dies liegt zum einen an der Tatsache, dass weltweit nur in Deutschland die Behandlungszyklen wirklich im vorhinein (prospektiv) erfasst werden. Das bedeutet, dass alle Zyklen schon unmittelbar zum Zeitpunkt ihres Beginns gemeldet werden müssen, bevor der eigentliche Behandlungsverlauf bekannt ist. Im Falle einer nachträglichen (retrospektiven) Meldung ist es dagegen leicht möglich, ungünstige Behandlungsverläufe (z.B. einen Zyklus ohne Schwangerschaft) zu verschweigen und so eine unvollständige, d.h. letztlich „falsche Statistik“, zu bekommen.

Der wichtigste Gesichtspunkt in diesem Zusammenhang ist aber die Tatsache, dass auch in Deutschland die Auswahl von entwicklungsfähigen Embryonen nach den morphologisch/mikroskopischen Kriterien zur Identifizierung ihrer Lebensfähigkeit möglich ist. Dies ermöglicht auch bei uns uneingeschränkt die optimalste Chance auf eine Schwangerschaft und Geburt eines Kindes. Nicht erlaubt ist hingegen – und das ist auch der große Vorteil des deutschen EmbryonenSchutzGesetzes – die planmäßige Produktion überzähliger, d.h. lebensfähiger Embryonen, die für den Embryotransfer nicht verwendet werden. Embryonen dürfen also im Ausland verworfen werden, in Deutschland hingegen sind sie als beginnendes Leben geschützt.

Die dokumentierte Behandlungsqualität mit Meldung an das deutsche IVF-Register und die rechtlichen Rahmenbedingungen durch das EmbryonenSchutzGesetz garantieren somit einen in den meisten ausländischen Zentren nicht gegebenen Schutz sowohl der behandelten Patientinnen als auch der extrakorporal entstandenen Embryonen.

Wir am Kinderwunsch Centrum München führen daher den Transfer meist am zweiten oder dritten Tag, aber genauso auch am 5. Tag durch. Der Transfer am 5. Tage (Blastozysten-Transfer) ist also auch jederzeit möglich, mit gleich guten Behandlungsergebnissen. Für die Richtigkeit dieser Vorgehensweise spricht unsere auch im nationalen und internationalen Vergleich weiterhin konstant hohe Erfolgsquote.