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Ein erster Überblick

Ab wann spricht man von ungewollter Kinderlosigkeit?

Von ungewollter Kinderlosigkeit sprechen wir, wenn ein bis zwei Jahre nach Ende der Empfängnisverhütung keine Schwangerschaft eingetreten ist.

Sind beide Partner betroffen?

Ja. Der unerfüllte Kinderwunsch ist immer ein „Fall für zwei“, ein Problem, das beide Partner in gleichem Maße betrifft und das nur gemeinsam gelöst werden kann. Daher ist es auch selbstverständlich, dass bei der Suche nach den Ursachen und bei der Behandlung stets beide Partner gleichwertig einbezogen werden. Letztlich trägt aber die Frau die Hauptlast der Behandlung und ist auf einen verständnisvollen Partner angewiesen. Auf vier Schultern verteilt trägt sich alles aber gleich viel leichter.

Was bedeutet die Einheit „Körper – Mensch – Partnerschaft und Familie“?

Neben der rein naturwissenschaftlich-medizinischen Betrachtungsweise sollten wir niemals die Einheit „Körper – Mensch – Partnerschaft und Familie“ außer Acht lassen. Dank der intensiven medizinischen Forschung der letzten Jahre gibt es zwar viele neue Behandlungsmethoden bei der Unfruchtbarkeit, trotzdem können wir nicht alle Grenzen überwinden. Aber auch hier wollen wir Sie nicht allein lassen und bieten Ihnen die vielfältigen Möglichkeiten begleitender, komplementärer Therapieformen an.

Was wollen wir Ihnen mitteilen?

Mit den nachfolgenden Informationen erläutern wir Ihnen aus unserer langjährigen Erfahrung die Hintergründe der ungewollten Kinderlosigkeit. Wir wollen Sie über alle Behandlungsmöglichkeiten informieren, über Ihre Chancen genauso wie über die Risiken. Die Antworten auf häufig gestellte Fragen und die Beschreibung des organisatorischen Ablaufs unterstützen Sie bei Ihrer Behandlung, die wir mit Ihnen so belastungsfrei wie möglich gestalten wollen.

Gibt es eine Erfolgsgarantie?

Das Kinderwunsch Centrum München ist seit 1999 nach dem internationalen Qualitätsstandard DIN EN ISO 9001 zertifiziert. Damit möchten wir Ihnen zeigen, wie wichtig es uns ist, unsere Arbeit stets auf höchstem medizinischen Niveau durchzuführen. Eine Garantie für den Erfolg dieser Behandlung kann es dabei aber leider nicht geben. Durch die Meldung aller Behandlungszyklen an das Deutsche IVF-Register (DIR) können wir Ihnen aber eine höchstmögliche Transparenz zusichern.

Wie erklärt sich die Zunahme der ungewollten Kinderlosigkeit?

Die Zunahme der ungewollten Kinderlosigkeit hat sicherlich auch in der Veränderung unserer gesellschaftlichen Verhältnisse ihre Ursachen. Heute ist es für viele Paare selbstverständlich erst im Anschluss an die Berufsausbildung oder während der Berufstätigkeit Kinder zu bekommen. 1970 waren nur 10% der Frau bei der Geburt ihres ersten Kindes älter als 30 Jahre, 2005 sind es bereits mehr als 30%. Mit zunehmendem Alter nimmt aber die Fruchtbarkeit der Frau ab. Auch Beruf und Umwelt können ihren Anteil haben. Als besonderes Stichwort sei hier genannt: „Die kinderfreundliche Gesellschaft“. Ob es sie wirklich gibt darf man durchaus fragen, wenn man bedenkt, dass allein zwischen 1990 und 2001 die Zahl der Geburten in ganz Deutschland um etwa 12% zurückgegangen ist.

Woran liegt es, wenn die Schwangerschaft ausbleibt?

Wenn die Schwangerschaft ausbleibt, kann dies sehr viele Gründe haben. In den seltensten Fällen gibt es hierfür nur eine Ursache. Durchschnittlich sind in 30–40% Mann und Frau gleichermaßen betroffen. Die Suche nach den Ursachen ist zwar die wichtigste Voraussetzung für eine gezielte Behandlung, eine Gewichtung im Sinne „Wem ist die Hauptursache zuzurechnen?“ geht aber oft an dem Gesamtproblem der Kinderlosigkeit vorbei. Schließlich soll es ja auch nicht so etwas wie eine „Schuldzuweisung“ geben. Es darf vielmehr nie verkannt werden, dass die Entstehung einer Schwangerschaft, sprich neuen Lebens, immer von sehr vielen Faktoren abhängig ist und jede Ursache oder gefundenes Ergebnis (Laborbefund) nur einen Mosaikstein darstellen kann.

Warum betrifft das gerade Sie?

Man schätzt, dass in Deutschland 15%, d. h. etwa zwei Millionen Paare betroffen sind. Ob die Zahl der Betroffenen wirklich zunimmt, lässt sich schwer erfassen. Dass sich heute mehr Paare zu einer Behandlung entscheiden können, ist auch ein Aufruf an unsere Gesellschaft: „Kinderlosigkeit und ihre Behandlung darf kein Tabu mehr sein!“

Gibt es eine sanfte Behandlung?

Nein. Denn durch Handauflegen allein wird man leider nur noch selten schwanger. Unser Ziel ist es aber, mit Ihnen eine individuelle und auf Ihre persönlichen Belange abgestimmte Therapie zu finden. So kann z. B. durchaus bei einer Hormonbehandlung mit weniger mehr erreicht werden. Unser "Münchner Protokoll" ist dazu ein mögliches Beispiel.

Muss man überhaupt noch operieren wo es doch die künstliche Befruchtung gibt?

Diese eigentlich ironisch gemeinte Frage hört man gar nicht so selten und auf sie gibt es, wie in so vielen Fällen, nicht immer eine einfache Antwort. Für uns kann die Antwort nur heißen, dass wir uns darum bemühen wollen, den Weg zu finden, „wie es für Sie am leichtesten, einfachsten und auch schönsten und schonendsten ist, zu einem eigenen Kind zu kommen“. So kann – um nur ein Beispiel zu nennen – nach früher erfolgter Eileiterunterbindung oder anderweitigem Eileiterverschluss eine mikrochirurgische oder auch endoskopische Operation im Einzelfall sogar sinnvoller als eine „künstliche Befruchtung“ sein. Es gibt also – wie so oft - die berühmten vielen Wege die zum Ziel führen können und wir wollen uns zusammen mit Ihnen auf die Suche danach begeben.

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