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Wenn der Wunsch nach einem Kind in Erfüllung geht, ist
dies für die Eltern ein wunderbares Geschenk und einer der
schönsten Erfahrungen des Lebens.

Auf dem Weg dahin möchten wir Ihnen zur Seite stehen.

Um den Aufwand und damit auch den Stress bei der Stimulationsbehandlung so niedrig wie möglich zu halten sind wir gerne bereit, Sie oder Ihren Ehemann oder Partner in die Spritzenbehandlung einzuweisen (Infobroschüre Selbstanleitung zum Spritzen“ sowie ein kleiner Film zur Anwendung von Menogon HP).

1,5 Tage vor der Punktion muss die Eisprungspritze verabreicht werden (meist in der Zeit zwischen 21 Uhr und 24 Uhr), um die letzte Reifung der Eizellen zu ermöglichen.

In seltenen Fällen kann es bei bestimmten Stimulationen vorkommen, dass der Eisprung sich selbstständig, d. h. „von alleine“ einleitet. (Um dies zu erkennen bzw. einen vorzeitigen Eisprung nicht zu übersehen, kann es notwendig sein, in der letzten Phase vor der Punktion in dreistündigen Abständen Urin in einzelnen Proben zu sammeln, um darin einen eventuellen Anstieg des körpereigenen Eisprunghormons (LH) zu erkennen.) Heute lässt sich diese Situation allerdings fast immer entweder mit dem sogenannten „langen Protokoll“ oder durch den kurzfristigen Einsatz eines Antagonisten vermeiden.

Zusammenfassend lässt sich der Zeitaufwand neben den notwendigen Spritzengaben grob schematisiert wie folgt beschreiben:

Erste Kontrolluntersuchung: Entweder in den ersten Menstruationstagen, (nach erfolgter Down-Regulation durch Decapeptyl oder das Nasenspray) bzw. vor dem eigentlichen Stimulationsbeginn und ansonsten zwischen dem 9. und 13. Tag. Zeitlich planen Sie hierfür bitte je nach Andrang 1 bis 1,5 Stunden in unserer Praxis ein.

Zweite Kontrolluntersuchung: Planen Sie hierfür ebenfalls etwa 1 bis 1,5 Stunden in unserer Praxis ein.

Weitere Kontrolluntersuchungen können hinzukommen (insbesondere dann, wenn, wie oben erwähnt, in seltenen Fällen Urin gesammelt werden muss). Auch eine besonders schwierige Stimulation kann hierfür verantwortlich sein, wenn nämlich Ihre Eierstöcke nur verzögert oder aber deutlich stärker als erwartet reagieren.
Dies kann insbesondere bei verschiedenen Formen des sog. PCO-Syndroms der Fall sein. Um ein sich dann abzeichnendes erhöhtes Risiko auf eine Überstimulation zu erkennen, können zusätzliche Untersuchungen notwendig werden.

Eisprungspritze (meist in der Zeit von 21 Uhr bis 24 Uhr): Sie wird erst auf unsere ganz besondere Anordnung etwa 34 bis 36 Stunden oder 1,5 Tage vor der Eizellentnahme (Follikelpunktion) gegeben.
Für diese Spritze ist es besonders wichtig, dass Sie selber spritzen gelernt haben. Sonst müssen Sie z. B. unnötig lange nach jemandem suchen, der Ihnen zu so später Stunde die Eisprungspritze gibt.

Sehr wichtig ist, dass es sich dann aber auch wirklich um die Eisprung-Spritze (Choragon/Ovitrelle) und nur um die Eisprungspritze handelt. Eine Verwechslung darf hier auf keinen Fall vorkommen, da sonst am Punktions- bzw. Entnahmetag keine oder nur unreife, d. h. nicht befruchtungsfähige Eizellen vorliegen würden. Am nächsten Tag nach der Eisprungspritze kann eventuell nochmals eine Blutabnahme bei Ihrem Haus- oder Frauenarzt erforderlich sein. Diese Blutprobe (Vollblut in einem normalen Blutabnahmeröhrchen, Monovette) muss aber erst am Tag der Punktion von Ihnen mitgebracht werden und kann bis dahin z. B. im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Die nachfolgende Darstellung soll Ihnen nochmals den Behandlungsablauf schematisch vor Augen führen. Berücksichtigen Sie dabei immer, dass im Einzelfall deutliche Abweichungen möglich sein können.

Für die jetzt folgenden Tage können Sie von der Punktion (= Eizellentnahme) bis zum Tag des Transfers (= Zurücksetzen der befruchteten Eizellen) eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (= AU) erhalten.

Schematische Darstellung der EizellenentnahmePunktionstag: An diesem Tag bitte nüchtern zu uns kommen. Die Aufnahme erfolgt im IVF-Liegeraum meist zwischen 7.30 Uhr und 10.00 Uhr, und ca. zwei Stunden vor dem Eingriff, damit unsere Narkoseärztinnen noch mit Ihnen sprechen und Sie sich in Ruhe vorbereiten können.

Diesen Tag planen Sie bitte komplett als Fehlzeit ein, auch weil wir Sie schon aus medizinischen und rechtlichen Gründen mindestens noch zwei Stunden nach der Punktion bei uns beobachten möchten. Dafür stehen Ihnen unsere komfortablen Liegeräume, gegebenenfalls auch mit Ein- oder Zweibettsystem zur Verfügung.

Die Entnahme der Eizellen (= Punktion) erfolgt unter Ultraschallkontrolle durch die Scheide. Mit einer dünnen Nadel wird durch die Scheidenwand in den meist direkt dahinter gelegenen Eierstock punktiert und die in den Eibläschen befindlichen Eizellen abgesaugt. Dies ist nicht sehr schmerzhaft, trotzdem empfehlen wir hierzu immer eine leichte Narkose (intravenöse Gabe von Schmerz- und Beruhigungsmittel). Die Entlassung darf dann auch nur in Begleitung Ihres Ehemannes oder Partners oder einer anderen Begleitperson erfolgen.

Zusammenfassend heißt das also, dass Sie zur Eizellentnahme immer nüchtern kommen müssen, sich von einer Begleitperson abholen lassen müssen und an diesem Tag nicht selber Auto fahren dürfen.

Am Tag der Eizellentnahme benötigen wir morgens früh ebenfalls das Sperma Ihres Ehemannes oder Partners, allerdings nicht in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit der Eizellentnahme bei Ihnen.

Der nächste Tag ist Ihr so genannter Ruhetag. Sie können sich von den (hoffentlich nicht allzu großen) Strapazen der Behandlung etwas erholen. Zwischen 12 und 14 Uhr erfahren Sie telefonisch in unserem Labor, ob die Eizellen befruchtet sind und wann der Transfer in den nächsten Tagen stattfinden soll. Abweichungen hiervon sind gelegentlich möglich (z. B. sonn- und feiertags) und werden Ihnen dann speziell mitgeteilt.

Schematische Darstellung des EmbryonentransfersAm Transfertag werden jetzt die befruchteten und geteilten Eizellen in die Gebärmutter zurückgesetzt (= transferiert). Dies geschieht meist zwei bis drei Tage nach der Eizellentnahme. Auch diesen Tag planen Sie bitte möglichst ebenfalls komplett als Fehlzeit ein.

Die Aufnahme erfolgt wiederum morgens im IVF-Liegeraum, meist allerdings nicht vor 10 Uhr. Nach dem Embryotransfer sollten Sie noch Zeit für eine Ruhephase von etwa einer Stunde mitbringen. Am Mittag oder frühen Nachmittag können Sie dann - diesmal auch ohne Begleitung - nach Hause gehen. Selbstverständlich kann Ihr Ehemann oder Partner Sie zum und beim Transfer gerne begleiten.

Die Fragen, die Sie sicher zum Verhalten für die Zeit nach der Eizellentnahme und dem Transfer haben, werden wir ausführlich und in Ruhe mit Ihnen erörtern. Die wichtigsten Punkte hierzu haben wir auch noch in einem gesondertem Infoblatt zusammengefasst, das wir Ihnen dann zum entsprechenden Zeitpunkt aushändigen werden. 

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