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Wenn der Wunsch nach einem Kind in Erfüllung geht, ist
dies für die Eltern ein wunderbares Geschenk und einer der
schönsten Erfahrungen des Lebens.

Auf dem Weg dahin möchten wir Ihnen zur Seite stehen.

Gefrierkonservierung

Gefrierkonservierung von unbefruchteten Eizellen

Die Gefrierkonservierung von Eizellen ist mittlerweile kein großes Problem mehr. Problematisch war aber immer die Befruchtung der Eizellen nach dem Auftauen. Die diesbezüglichen Erfolgsraten waren früher sehr niedrig, so dass man diese Methode zeitweilig wieder aufgegeben hatte. Durch die Einführung der intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI), hat sich die Situation deutlich verändert.

Seither ist es möglich, die Eizellen mittels ICSI fast ebenso problemlos zu befruchten. In den Fällen, in denen wir diese Methode angewandt haben, lassen sich auch vergleichsweise gute Schwangerschaftsraten erzielen. Freilich wird diese immer niedriger sein als die, die sich mit „frischen Eizellen“ erzielen lässt.

Wegen der später notwendigen zusätzlichen ICSI-Behandlung empfehlen wir die Kryokonservierung von unbefruchteten Eizellen nicht als Routinemethode. Im Falle einer bevorstehenden Krebsoperation mit anschließender Bestrahlung und/oder Chemotherapie ist die Kryokonservierung von unbefruchteten Eizellen eine weitere Möglichkeit, die Eizellen zur späteren Erfüllung des Kinderwunsches, auch langfristig, aufzubewahren.

Tiefgefrieren (Kryokonservierung) von imprägnierten Eizellen

Durch eine „Laune der Natur“ ist es möglich festzustellen, wann in eine Eizelle ein Spermium eingedrungen ist und wann sich der Befruchtungsprozess anzubahnen beginnt; wohl gemerkt: anzubahnen beginnt. Die Eizelle ist also noch nicht endgültig befruchtet.

Genau in diesem Stadium ist es auch in Deutschland erlaubt, diese sogenannten imprägnierten Eizellen (Vorkernstadien) zu kryokonservieren.

Nach dem Auftauen lässt man die Entwicklung weiter laufen, d. h. es kommt nun zur Befruchtung, zur Teilung und zur Entwicklung eines Embryos. Im Gegensatz zu den unbefruchteten Eizellen ist hier also keine zusätzliche ICSI erforderlich.

Wir empfehlen eine Kryokonservierung immer dann, wenn mindestens zwei bis drei zusätzliche „gute“ Vorkerneizellen vorliegen, die nicht zum Transfer vorgesehen sind.

Gefrierkonservierung von frühen Embryonen (Präimplantationsembryonen)

Diese Möglichkeit ist nach dem Embryonenschutzgesetz nicht vorgesehen. Wenn sie als Folge eines medizinischen Notfalles durchgeführt werden muss, ist sie der IVF-Kommission der Bayerischen Ärztekammer anzuzeigen.   

Kryokonservierung von Spermien

Das Einfrieren (Kryokonservierung) von Spermien ist eine schon seit vielen Jahrzehnten praktizierte Möglichkeit, um aus ganz unterschiedlichen Gründen Spermien über einen langen Zeitraum aufbewahren zu können.

Ist das Spermiogramm in Ordnung, dann können die Spermien nach vorausgegangener Kryokonservierung durchaus im Behandlungszyklus für eine Insemination (oder auch IVF-Maßnahme) ohne ICSI verwendet werden. Liegt aber eine Einschränkung der Zeugungsfähigkeit vor, so kann es durch die Gefrierkonservierung zu einer weiteren Verschlechterung des Befundes kommen, was dann die Durchführung einer ICSI notwendig macht.

Am häufigsten wird die Kryokonservierung bei uns eingesetzt, wenn es bei einer Azoospermie (völliges Fehlen von Spermien im Ejakulat) nach einer Operation am Hoden (TESE) oder Nebenhoden (MESA) gelungen ist, Spermien zu gewinnen. Die Kryokonservierung ermöglicht es dann, auf wiederholte operative Eingriffe beim Mann zu verzichten. Nach unseren sehr umfangreichen Erfahrungen gibt es bezüglich des Behandlungserfolges keinen deutlichen Unterschied, ob frische oder ehemals gefrierkonservierte Spermien verwendet werden.

Die Gefrierkonservierung von Spermien kann auch bei einer Ejakulationsstörung sinnvoll sein. Unbedingt zu empfehlen ist dann das Einfrieren von eventuell mehreren Spermienproben (Ejakulaten). Daneben gibt es im Einzelfall auch noch andere Gründe, Kryokonservate von Spermien anzulegen, wenn z. B. nur noch extrem wenige Spermien vorhanden sind (Kryptozoospermie), um damit einer möglicherweise später notwendigen Operation (TESE) vorzubeugen.

Besonders wichtig ist es auch, an die Kryokonservierung von Spermien vor einer notwendigen Operation, Chemotherapie und/oder Bestrahlung aufgrund einer bösartigen Erkrankung (z. B. Hodenkrebs) zu denken.