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Wenn der Wunsch nach einem Kind in Erfüllung geht, ist
dies für die Eltern ein wunderbares Geschenk und einer der
schönsten Erfahrungen des Lebens.

Auf dem Weg dahin möchten wir Ihnen zur Seite stehen.

Polkörperdiagnostik (PKD)

Eines der größten Phänomene in der menschlichen Fortpflanzung ist die Tatsache, dass sich nur relativ wenige der gezeugten Embryonen weiterentwickeln können und zu einer Schwangerschaft oder gar zur Geburt eines Kindes führen. Altersabhängig darf man davon ausgehen, dass bei jüngeren Frauen maximal drei von zehn Embryonen das Ziel der Einnistung und damit einer Schwangerschaft oder gar Geburt erreichen. Dieses Verhältnis wird mit zunehmendem Alter immer ungünstiger und liegt zum Schluss nur noch maximal bei 1:10 bis 1:20. Dies ist ein typisch menschliches Phänomen, denn man weiß, dass sich bei manchen Tierarten nahezu alle Embryonen zu Nachwuchs entwickeln. Dass dies beim Menschen vergleichsweise nur so wenige Embryonen tun, ist in gewisser Weise eine ganz bewusst von der Natur gewollte Auslese (mit anderen Worten: Das ist auch gut so).

Jede Körperzelle enthält 2 x 23 Chromosomen und die beiden Geschlechtschromosomen X oder Y. Die reife Eizelle reduziert nun kurz vor ihrer Befruchtung in der ersten Reifeteilung den Chromosomensatz auf die Hälfte (23). So bleiben 23 Chromosomen und das Geschlechtschromosom X in der Eizelle, während die andere Hälfte des Chromosomensatzes unter Bildung des 1. Polkörpers ausgeschleust wird. Nach dem Eindringen des Spermiums in die Eizelle erfolgt die zweite Reifeteilung unter Bildung des 2. Polkörpers, der ebenfalls aus der Eizelle ausgeschleust wird.

Die Anzahl der Chromosomen in Polkörper und Eizelle sollte demzufolge gleich sein. Ist dies nicht der Fall, spricht man von einer chromosomalen Fehlverteilung (Aneuploidie). Am bekanntesten ist die Trisomie 21 (fälschlicherweise leider früher oft auch als sog. „Mongoloismus“ bezeichnet). Wenn eine Chromosomen-Fehlverteilung auftritt, so ist die Zahl der Chromosomen in der Eizelle bzw. im Polkörper ungleich. Die Häufigkeit einer Chromosomenfehlverteilung zeigt eine deutliche Altersabhängigkeit und steigt bei Frauen bereits ab dem 35. bis 37. Lebensjahr an. Mit zunehmendem Alter können dann über 50 % aller reifen Eizellen betroffen sein. Dies ist der Hauptgrund, warum bereits ab dem 37. Lebensjahr und noch deutlicher im späteren Alter das Risiko, eine Fehlgeburt zu bekommen, ansteigt, und sich somit umgekehrt mit zunehmendem Alter die Chance auf eine ausgetragene Schwangerschaft vermindert.

Das Polkörperchen ist als „Ausschussprodukt der Eizelle“ somit in gewisser Weise ein Spiegelbild der Chromosomenverteilung in der Eizelle. Die Entnahme und Untersuchung des ersten bzw. zweiten Polkörpers (Polkörperdiagnostik = PKD) bietet somit die Möglichkeit eine chromosomale Fehlverteilung zu erkennen. 

Zusammenfassung:

Die Polkörperdiagnostik wird als anerkanntes Verfahren zur Erkennung von Chromosomenfehlverteilungen von uns am Kinderwunsch Centrum München in ausgewählten Fällen und nach umfassender Beratung durchgeführt.

Durch die Polkörperdiagnostik kann der Chromosomensatz einer Eizelle auf eine mögliche Fehlverteilung untersucht werden. Dadurch wird der Transfer von Embryonen mit irregulärem Chromosomensatz weitestgehend vermieden. Der Beweis, dass dadurch aber eine definitive Verbesserung der Geburtenrate erzielt werden kann, ist bisher nicht erbracht worden. Ausgenommen hiervon sind spezielle, meist genetische Gründe.