german arabic english francais italiano russian turkish

Wenn der Wunsch nach einem Kind in Erfüllung geht, ist
dies für die Eltern ein wunderbares Geschenk und einer der
schönsten Erfahrungen des Lebens.

Auf dem Weg dahin möchten wir Ihnen zur Seite stehen.

ÜSS = Überstimulationssyndrom

Ziel der Stimulation ist es, mehrere Eizellen zu gewinnen. Je mehr Follikel heranreifen, desto größer werden dadurch auch die Eierstöcke. Mehrere Follikel und größere Eierstöcke sind also bei einer Stimulation ganz normal. D.h. eine leichte Überstimulation liegt letztlich bei allen Behandlungen vor und bedeutet für Sie, dass deshalb auch leichtere Unterbauchbeschwerden auftreten können.

Im Einzelfall kann es aber auch zu einer überschießenden Reaktion der Eierstöcke kommen. Erst jetzt sprechen wir von der eigentlichen Überstimulation, die Ihr persönliches Wohlbefinden stärker beeinträchtigen kann und durch eine Vergrößerung der Eierstöcke hervorgerufen wird, die zu einer täglich deutlicher spürbaren Zunahme des Bauchumfangs führt.

Die schwere Form der Überstimulation kommt in 1-3% der Behandlungen mit GnRH-Analoga (also dem sog. langen Protokoll) vor und ist bei der sog. „sanften Stimulation" wesentlich seltener.

In unterschiedlichem Ausmaß kommt es dann zu einer deutlichen Vergrößerung der Eierstöcke mit Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum (= Aszites) und eventuell auch in der Lunge. Bei dieser sehr seltenen, aber sehr ausgeprägten Form der Überstimulation kann eine stationäre Aufnahme in einer Klinik notwendig sein, um geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Eine deutliche Erleichterung der Beschwerdesymptomatik (insbesondere des Engegefühls im Bauchraum und eine eventuelle Atemnot) kann dann durch eine Aszitespunktion (= Ablassen der Flüssigkeit aus dem Bauchraum) herbeigeführt werden.

Das sog. Überstimulationssyndrom ist eigentlich ein „Überfunktionszustand“ der Eierstöcke. Aus den ehemaligen Eibläschen werden Gelbkörperzysten. Die jetzt vermehrt gebildeten Östrogene und das Gelbkörperhormon führen zu einer erhöhten Gefäßdurchlässigkeit (deshalb die Wassereinlagerung) und auch zu einer Ruhigstellung der inneren Organe (häufigere Blähungen möglich).

Die Gelbkörperzysten gehen von alleine zurück und zwar deutlich schneller, wenn keine Schwangerschaft eintritt. Umgekehrt schaden sie aber auch einer Schwangerschaft nicht. Sie müssen und dürfen aber nicht operiert werden. Eine Operation ist nur in ganz extrem seltenen Fällen notwendig, nämlich dann, wenn es zu einer Verdrehung des Eierstocks oder der Eierstöcke (Ovarstieldrehung) oder zusätzlich zu einer starken Blutung gekommen ist.

Generell bleibt bei drohender Überstimulation auch immer noch die Möglichkeit, sämtliche meist befruchteten Eizellen einzufrieren, um sie dann erst in einem späteren Zyklus, ohne erneute hormonelle Stimulation, einzusetzen (gelegentlich muss dann nur durch eine Östrogengabe in Form von Tabletten oder Gel für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut gesorgt werden).

Auf jeden Fall gilt: Bei zunehmenden Beschwerden nehmen Sie mit uns Kontakt auf!

Trinken Sie viel!

Diesen Appell werden Sie oft von uns hören. Dies bedeutet immer eine Flüssigkeitsaufnahme von mindestens zwei bis drei Litern Wasser, Tee o.ä. pro Tag. Eine Thrombose oder gar Lungenembolie als ganz seltene Komplikation kann nämlich nur durch die „Eindickung“ des Blutes entstehen. Diese gefährliche, aber Gott sei Dank sehr seltene Begleiterscheinung lässt sich eben durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr bereits nahezu vollständig vermeiden.

Der Aufruf zur Flüssigkeitszufuhr ist also als eine sehr ernst gemeinte, medizinische Anordnung zu verstehen.