Bin ich zu Alt oder gibt es eine Altersgrenze?

   "Man ist immer so alt, wie man sich fühlt"
Dieser Spruch, den man sich durchaus selber gerne manchmal sagen lässt und der sicher auch seine Berechtigung hat, könnte auch als Überschrift für die Frage nach der Altersgrenze bei der Kinderwunschbehandlung stehen. Ganz allgemein bedeutet er, dass man "nie" zu alt für eine Aufgabe ist, wenn man sich ihr noch gewachsen fühlt.
Dies gilt mit gewissen Einschränkungen auch für die Bestimmung des Zeitpunktes oder Alters, bis zu dem der Kinderwunsch noch berechtigt ist, und damit auch noch sinnvoll, d.h. erfolgreich behandelbar sein kann.

Neben den eigenen Wünschen sind dann aber auch gleichzeitig die biologischen Grenzen zu berücksichtigen. Diese Grenzen sind nicht nur "Gott gewollt" oder von der Natur aus so vorgegeben. Diese Altersgrenze erfährt ihre Bedeutung besonders und vor allem durch den Anspruch des gewünschten Kindes, nicht nur an eine gesunde Schwangerschaft und Geburt sondern auch an eine vergleichbare Zukunftschance, ähnlich der Chancen der mit ihm aufwachsenden Altersgenossen.

Allgemein lässt sich das vielleicht am ehesten mit dem Begriff "das zukünftige Kindeswohl" veranschaulichen.

Sich ein Kind zu wünschen bedeutet in der Erfüllung immer die Entstehung eines neuen Individuums. Viele Jahre sind danach noch erforderlich für die Begleitung des Kindes beim Heranwachsen; dazu gehört ein hohes Maß an Bereitschaft, die Verwantwortung dafür zu übernehmen und viel Kraft, dies auch langfristig leisten zu können. Dies bedeutet, dass im Allgemeinen mit dem Alter von 42-45 Jahren die Grenze erreicht ist, bis zu der eine Kinderwunschbehandlung noch Sinn machen kann. Diese nur vermeintlich recht willkürliche Grenze hat ihre Berechtigung in dem oben Gesagten.

Selbstverständlich ist nach dieser allgemeinen Betrachtung immer der individuelle Fall mit der speziellen Situation eines Paares zu berücksichtigen.